KI-Angriffe auf kleine Betriebe: was die neue BSI-Studie zeigt
17 Prozent der befragten Unternehmen berichten von einem Angriff oder Betrugsversuch mit KI-Beteiligung. Was das für kleine Betriebe heißt und was Sie konkret tun können.
Am 7. Oktober 2026 haben das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der TÜV-Verband die Ergebnisse ihrer KI-Sicherheitsstudie veröffentlicht. Befragt wurden mehr als 500 Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten. Das Ergebnis klingt zunächst nach Konzernproblem, betrifft aber gerade kleine Betriebe, die keine eigene IT-Abteilung haben.
Was die Studie zeigt
17 Prozent der befragten Unternehmen berichten für die vergangenen zwölf Monate von einem Cyberangriff oder Betrugsversuch, bei dem Künstliche Intelligenz eine Rolle gespielt hat oder gespielt haben könnte. Bei 4 Prozent ist das bestätigt, bei 11 Prozent besteht ein Verdacht, 2 Prozent nennen beides. Das ist eine Befragung und keine Messung: Es geht um Angaben der Unternehmen, auch um Verdachtsfälle.
Spannend ist, welche Methoden die Betroffenen nennen:
- 90 Prozent berichten von täuschend echten Phishing-Mails, also gefälschten Nachrichten, die Mitarbeitende zum Klicken, Zahlen oder Preisgeben von Zugangsdaten bringen sollen.
- 40 Prozent nennen automatisierte Angriffsskripte, die eigenständig nach Schwachstellen suchen.
- 11 Prozent berichten von Deepfakes, also gefälschten Audio- oder Videoaufnahmen, etwa einer nachgeahmten Stimme.
Die Prozentwerte beziehen sich auf die betroffenen Unternehmen. Unsere Lesart: Angriffe lassen sich mit KI sauberer und schneller in großer Zahl erzeugen. Auf die schlecht übersetzte Betrugsmail mit offensichtlichen Fehlern als Warnzeichen können Sie sich deshalb immer weniger verlassen.
Was der BSI-Lagebericht für kleine Betriebe sagt
Der Lagebericht des BSI zur IT-Sicherheit in Deutschland nennt für 2024 genau 950 bei den Polizeien angezeigte Ransomware-Angriffe. Ransomware ist Schadsoftware, die Daten verschlüsselt und Lösegeld fordert. Rund 80 Prozent der angezeigten Angriffe zielten auf kleine und mittlere Unternehmen. In 72 Prozent der angezeigten Fälle gab es zusätzlich Datenleaks oder die Androhung davon.
Besonders wichtig ist eine Aussage zur Auswahl der Opfer: Angegriffen werden laut BSI nicht unbedingt die Firmen mit dem größten Erpressungspotenzial, sondern „vor allem die Unternehmen mit den schwächsten Sicherheitsvorkehrungen“. Im Kapitel zu kleinen und mittleren Unternehmen heißt es: „Viele machten es Angreifern weiterhin zu leicht.“ Als Ursache nennt das BSI vor allem mangelndes Angriffsflächenmanagement. Gemeint ist: Viele Betriebe wissen gar nicht genau, welche Geräte und Zugänge aus dem Internet erreichbar sind.
Für Sie heißt das: Es geht weniger darum, ob Sie interessant genug sind. Es geht darum, ob Sie leichter zu treffen sind als andere.
Was das BSI zur Firewall empfiehlt
In der BSI-Broschüre „Cybersicherheit für kleine und mittlere Unternehmen“ (3. Auflage, Stand Juli 2024) steht bei der Frage nach der Firewall: Auf allen Arbeitsplatzrechnern sollte eine lokale Firewall laufen, einheitlich eingestellt, mit Blockade des nicht Notwendigen und Protokollierung des Blockierten. Und weiter wörtlich: „Darüber hinaus sollten auch KMU vorrangig zentrale Firewalls (also spezielle Hardware) einsetzen, um die Verbindung zwischen den IT-Systemen und Internet zu schützen.“
Eine zentrale Firewall ist ein eigenes Schutzgerät zwischen dem Internet und Ihrem Firmennetz. Sie prüft, was hinein- und hinausgeht, und blockiert, was nicht ausdrücklich erlaubt ist. Größere oder besonders sorgfältig aufgestellte Netze teilt das BSI zusätzlich in Zonen, etwa Arbeitsplätze, interne Server, aus dem Internet erreichbare Server und Produktion.
Wichtig ist eine ehrliche Einordnung: Auch eine Firewall ist ein Gerät mit Software. Sie ist nicht unverwundbar. Bei Firewalls verschiedener Hersteller sind in den letzten Jahren Lücken bekannt geworden, die aktiv ausgenutzt wurden. Deshalb zählt nicht nur das Gerät, sondern vor allem die laufende Pflege: Updates einspielen, Sicherheitslizenzen aktuell halten, Meldungen auswerten, Einstellungen anpassen.
Sieben Schritte, die ein kleiner Betrieb jetzt gehen kann
- Zentrale Firewall einsetzen und pflegen lassen. Ein Gerät allein reicht nicht, entscheidend sind Updates und Überwachung. Dazu mehr auf unserer Seite Netzwerk & Sicherheit.
- Updates konsequent einspielen. Betriebssystem, Programme, Router, Drucker, auch die Firewall selbst. Veraltete Geräte sind die bequemste Tür für automatisierte Suchskripte.
- Zwei-Faktor-Anmeldung einschalten. Wo ein Passwort allein reicht, hilft ein erbeutetes Passwort dem Angreifer sofort. Mit zweitem Faktor reicht das Passwort allein nicht mehr.
- Backups anlegen und die Wiederherstellung testen. Eine Sicherung, die nie zurückgespielt wurde, ist nur eine Hoffnung. Mindestens eine Kopie sollte vom Firmennetz getrennt liegen.
- Netze trennen. Gäste-WLAN, Drucker und Kameras gehören nicht ins selbe Netz wie die Buchhaltung. Wird ein Gerät übernommen, bleibt der Schaden begrenzt.
- Fernzugänge absichern. Zugriff von zu Hause oder unterwegs nur über ein VPN, also einen verschlüsselten Tunnel, nicht über offen erreichbare Dienste.
- Rückfragen zur Regel machen. Bei verdächtigen Mails, ungewöhnlichen Zahlungsbitten oder Anrufen mit bekannter Stimme gilt: kurz auf einem zweiten Weg nachfragen, etwa per Rückruf unter der bekannten Nummer. Das hilft auch gegen Deepfakes.
Keiner dieser Schritte ist spektakulär. Zusammen verkleinern sie aber genau die Angriffsfläche, die das BSI im Lagebericht anmahnt.
Und NIS2?
Die europäische NIS2-Richtlinie gilt in Deutschland seit dem 6. Dezember 2025 über das BSI-Gesetz. Sie betrifft meist erst Firmen ab 50 Beschäftigten oder mit mehr als 10 Millionen Euro Umsatz und Bilanzsumme in bestimmten Branchen. Kleine Betriebe können aber als Zulieferer Sicherheitsanforderungen vertraglich von ihren Kunden weitergereicht bekommen. Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung, im Zweifel klären Sie Ihren Fall mit einer Fachperson. Auch viele Versicherer fragen nach dem Schutzniveau.
So gehen wir vor
Wir stellen Ihnen ein eigenes Schutzgerät zwischen Internet und Firmennetz, herstellerneutral ausgewählt, eingerichtet und laufend gepflegt. Dazu gehören Updates, Sicherheitslizenzen, Überwachung und Anpassungen sowie auf Wunsch getrennte Netze, sichere Fernzugänge, Zwei-Faktor-Anmeldung, die Prüfung Ihrer Backups und die Updates Ihrer Rechner. Das Ganze läuft als feste Monatspauschale je nach Größe Ihres Betriebs im Rahmen unserer Managed Services. Sie kennen den Preis vor dem Start.
Der Einstieg ist ein kostenloser Sicherheits-Check: ein Gespräch, eine Bestandsaufnahme vor Ort oder per Fernwartung, auf Wunsch und nur mit Ihrer schriftlichen Einwilligung ein Blick von außen auf Ihr Firmennetz. Danach erhalten Sie ein klares Ergebnis in verständlicher Sprache und einen Festpreis für das Monatspaket. Ohne Verkaufsdruck.
Fazit
Die BSI-Studie deutet darauf hin, dass KI Angriffe für Täter einfacher und überzeugender macht. Der Lagebericht zeigt, dass es oft die Betriebe mit den schwächsten Vorkehrungen trifft. Die gute Nachricht: Die wirksamen Gegenmittel sind bekannt, und sie sind auch für kleine Betriebe machbar. Wichtig ist, sie nicht einmal einzurichten und dann zu vergessen, sondern laufend zu pflegen.
Quellen
- BSI und TÜV-Verband: KI-Sicherheitsstudie, Pressemitteilung vom 7. Oktober 2026
- BSI: Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2025, Kapitel Cybercrime
- BSI: Lagebericht, Gefährdungslage der kleinen und mittleren Unternehmen
- BSI: Cybersicherheit für kleine und mittlere Unternehmen (3. Auflage, Juli 2024)
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