Windows 10 im Unternehmen: Am 13. Oktober endet das erste Jahr der Sicherheitsupdates
In einer Woche läuft für Firmenrechner das erste Jahr der Windows-10-Updates aus. Was Jahr 2 kostet, was für Privatgeräte gilt und welche drei Wege Sie jetzt haben.
Windows 10 ist seit dem 14. Oktober 2025 offiziell aus dem regulären Support. Wer die Rechner trotzdem weiter betreibt, kann über das Programm der Extended Security Updates (kurz ESU) noch Sicherheitsupdates beziehen, gegen Bezahlung. Für Firmen läuft das erste dieser Jahre am 13. Oktober 2026 aus. Wenn Sie in Ihrem Betrieb noch Windows-10-Rechner haben, ist jetzt der Moment, eine Entscheidung zu treffen. Dieser Beitrag erklärt nüchtern, was Microsoft vorsieht, was es kostet und welche drei Wege Sie haben.
Was am 13. Oktober passiert
Die Extended Security Updates liefern ausschließlich kritische und wichtige Sicherheitsupdates. Es gibt keinen technischen Support und keine neuen Funktionen. Für Unternehmen (Editionen Enterprise, Education und Pro in kommerzieller Nutzung) gilt laut Microsoft:
| ESU-Jahr | Endet am | Preis je Gerät |
|---|---|---|
| Jahr 1 | 13. Oktober 2026 | 61 US-Dollar |
| Jahr 2 | 12. Oktober 2027 | doppelt so viel wie Jahr 1, rechnerisch 122 US-Dollar |
| Jahr 3 | 10. Oktober 2028 | nochmals doppelt, rechnerisch 244 US-Dollar |
Wichtig zur Einordnung der Zahlen: Microsoft nennt für Jahr 1 den Preis von 61 US-Dollar und schreibt, dass sich der Preis jedes Jahr verdoppelt. Die Beträge 122 und 244 US-Dollar stehen so nicht ausgeschrieben auf den Microsoft-Seiten, sie folgen aus der Verdopplungsregel. Euro-Preise nennen wir bewusst nicht, weil wir sie nicht belegen können. Ihr Lizenzhändler nennt Ihnen den verbindlichen Betrag.
Dazu kommen die Spielregeln: Die Updates gibt es nur jahresweise über Volume Licensing, also die Mengenlizenzverträge von Microsoft. Sie sind kumulativ: Jahr 2 setzt Jahr 1 voraus. Und sie sind auf maximal drei Jahre begrenzt. Spätestens am 10. Oktober 2028 ist endgültig Schluss.
Die Verwirrung um Privatgeräte
Vielleicht haben Sie gelesen, dass die Updates für Windows 10 länger laufen. Das stimmt, aber nur für Privatgeräte. Microsoft hat per Hinweis (Editor's note) vom 25. Juni 2026 das Verbraucherprogramm um ein Jahr bis zum 12. Oktober 2027 verlängert. Für Firmenrechner hilft das nicht: Geräte mit Domänenbeitritt, mit Microsoft Entra Join oder unter MDM-Verwaltung (zentrale Geräteverwaltung) sind vom Verbraucherprogramm ausgeschlossen. Wer also einen Büro-PC im Firmennetz mit einem privaten Konto an dieses Programm hängen will, bewegt sich außerhalb der Bedingungen. Für den Betrieb gilt der Weg über Volume Licensing.
Warum das mehr als eine Lizenzfrage ist
Ein Rechner ohne Sicherheitsupdates ist ein offenes Tor. Jede Schwachstelle, die nach dem Stichtag bekannt wird, bleibt dort dauerhaft offen. Der Rechner im Sekretariat oder am Empfang ist dabei genauso ein Einstieg ins Firmennetz wie der Server im Keller. Spätestens wenn dort Kundendaten, Rechnungen oder der Zugang zur Buchhaltung liegen, wird aus der Sparentscheidung ein Geschäftsrisiko. Mehr zu den Grundlagen finden Sie in unserem Beitrag zur IT-Sicherheit für Essener Unternehmen.
Zur Einordnung am Rand: Das deutsche NIS2-Umsetzungsgesetz gilt seit dem 6. Dezember 2025. Nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bringt es für rund 29.500 Einrichtungen erstmals gesetzliche Pflichten, registriert waren bis zum 30. September 2026 gut 20.000. Ob Ihr Betrieb betroffen ist, klären Sie mit einer fachkundigen Stelle. Veraltete, ungepatchte Systeme sind in jedem Fall ein schlechter Ausgangspunkt. Das ist keine Rechtsberatung.
Drei Wege im Vergleich
Im Kern haben Sie drei Möglichkeiten. Welche passt, hängt vom Alter der Geräte, der eingesetzten Software und davon ab, wie viele Rechner es sind.
| Weg | Vorteil | Haken |
|---|---|---|
| ESU Jahr 2 kaufen | Schnell, kein Umbau. Gibt Zeit, bis Jahr 2 am 12. Oktober 2027 endet. | Kosten steigen jedes Jahr, höchstens drei Jahre, nur Sicherheitsupdates. Löst das Problem nicht, verschiebt es nur. |
| Auf Windows 11 umstellen | Dauerhafte Lösung, danach wieder reguläre Updates. | Hardware muss die Anforderungen von Windows 11 erfüllen, ältere Geräte müssen eventuell ersetzt werden. Programme und Drucker müssen getestet werden. |
| Cloud-PC | Windows 10 läuft als virtueller Rechner in Windows 365 oder Azure Virtual Desktop ohne ESU-Aufpreis. Alte Endgeräte können weiterarbeiten. | Laufende Kosten für den Cloud-PC, gute Internetanbindung nötig. |
Beim Cloud-PC gilt außerdem: Microsoft schreibt, dass Endgeräte mit Windows-365-Cloud-PC bei aktiver Lizenz bis zu drei Jahre abgedeckt sind. Warum dieses Modell für viele kleine Firmen reizvoll ist, haben wir in unserem Beitrag zum modernen Cloud-Arbeitsplatz beschrieben.
Rechenbeispiel: 15 Geräte
Ein Beispiel, ausdrücklich nur zur Veranschaulichung: Ein Betrieb hat 15 Windows-10-Rechner und kauft ESU für alle. Auf Basis der Microsoft-Angaben ergibt sich:
- Jahr 1: 15 mal 61 US-Dollar sind 915 US-Dollar.
- Jahr 2: 15 mal 122 US-Dollar sind 1.830 US-Dollar (rechnerisch, aus der Verdopplungsregel).
- Jahr 3: 15 mal 244 US-Dollar sind 3.660 US-Dollar (ebenfalls rechnerisch).
Die Summe über drei Jahre läge damit bei 6.405 US-Dollar, ohne Steuern und ohne Händleraufschlag, und danach gäbe es trotzdem keine Updates mehr. Das ist kein Argument gegen Jahr 2 als Brücke, aber es zeigt: Je länger Sie warten, desto teurer wird das Überbrücken. Die Rechnung dient nur als Orientierung, für Ihre Zahl an Geräten und Ihre Lizenzlage gelten die Angebote Ihres Händlers.
Fahrplan für die Umstellung
- Bestandsaufnahme (diese Woche): Welche Rechner laufen noch mit Windows 10, wer nutzt sie, welche Software und welche Geräte hängen daran? Ohne diese Liste ist jede Entscheidung geraten.
- Hardware prüfen: Jedes Gerät gegen die Anforderungen von Windows 11 abgleichen. Daraus entstehen drei Gruppen: umstellbar, ersetzen, Cloud-PC.
- Brücke klären: Für Geräte, die über den 13. Oktober hinaus noch auf Windows 10 laufen müssen, ESU Jahr 2 über Volume Licensing buchen. Nicht für alle Rechner pauschal, sondern nur für die, die es braucht.
- Pilot und Umstellung: Mit ein bis zwei Rechnern anfangen, Software und Drucker testen, dann in Wellen umstellen, möglichst außerhalb der Stoßzeiten.
- Betrieb absichern: Updates, Virenschutz und Datensicherung laufend prüfen, damit nicht in zwei Jahren dieselbe Frage wieder auftaucht.
Genau hier setzt unsere Arbeit an. Wir erfassen Ihren Bestand, prüfen die Hardware, stellen Rechner um oder bauen Cloud-Arbeitsplätze auf und betreiben die Umgebung danach im Rahmen unserer Managed Services. Die technische Grundlage dafür ist unsere IT-Infrastruktur, die Absicherung von Netz und Geräten gehört zu Netzwerk und Sicherheit. Warum sich ein fester Ansprechpartner für den Betrieb für kleine Firmen oft lohnt, steht in unserem Beitrag zu Managed Services für KMUs.
Fazit: Jetzt entscheiden, nicht am 13. Oktober
Der 13. Oktober ist kein Weltuntergang, aber ein klares Signal. Wer Jahr 2 braucht, muss es rechtzeitig über Volume Licensing buchen. Wer die Zeit nutzt, kann die Brücke kurz halten und die Geräte geordnet auf Windows 11 oder in die Cloud bringen. Der teuerste Weg ist, nichts zu tun und die Rechner ungepatcht weiterlaufen zu lassen. Preise und Bedingungen können sich ändern, prüfen Sie sie vor dem Kauf bei Microsoft oder Ihrem Händler.
Quellen
- Microsoft: Extended Security Updates für Windows 10 (deutsche Seite)
- Microsoft Learn: Lifecycle FAQ zu Extended Security Updates
- Microsoft Learn: Extended Security Updates, Überblick
- Windows Experience Blog (Editor's note vom 25.06.2026)
- BSI: NIS-2 in Zahlen (Stand 30.09.2026)
Windows-10-Bestand klären und umstellen
Wir nehmen Ihren Bestand auf, sagen Ihnen je Gerät, ob ESU, Windows 11 oder Cloud-PC sinnvoll ist, setzen die Umstellung um und betreiben Ihre Umgebung danach. Sie bekommen eine klare Liste statt eines Bauchgefühls.
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